Unverzichtbar für jede Hexe ist ihr Buch der Schatten. Schließlich muß all die Weisheit einer Hexe einen gebührenden Platz haben.
Ob man sich dabei für ein wirkliches Buch, ein Notizbuch aus dem nächsten Papierhandel, einen Block, lose Zettel oder gar für die elektronische Form des Schattenbuches - sprich eine Diskette, CD oder einfach eine Datei auf dem PC entschließt ist Geschmackssache.
Obwohl - so richtig Eindruck schinden kann man eigentlich nur, wenn man ein riesengroßes Buch besitzt, das man auf den Couchtisch wuchten und durchblättern kann, wenn Besuch im Hexenhaus ist.

In dieses Buch sollte hex´ all das eintragen, was in ihrem Leben wirklich von Bedeutung ist:
Zaubersprüche
Rituale
Anrufungen
Das gesammelte magische Wissen

Wer nicht unbedingt aus eigener Erfahrung sprechen bzw. schreiben kann, muß sich keine Gedanken machen. Es ist kein Problem an eine stattliche Sammlung von Inhalten zu kommen, wenn man nur genügend E-Mails an bekannte Hexen aus dem Internet schreibt. Irgendeine wird sich erbarmen und ihr Wissen auf dem Silbertablett an die neue Hexe weiterreichen.
Auch eine Möglichkeit ist es, einfach Zauber und Rituale von möglichst vielen Internetseiten zu kopieren bzw. abzuschreiben.


Mindestens genauso wichtig wie der Inhalt ist das Aussehen des Buches bzw. dessen Geschichte.
Wie gesagt, ein wirklich großes Buch macht immer mehr Eindruck als ein Notizblock oder gar eine Datei auf dem PC. Aber auch so ein Buch muß erstmal Gestalt annehmen, ehe es als Buch der Schatten tauglich ist.

Besonders schön ist es, den Einband des Buches mit Samt zu bekleben und dann ev. noch aus einer silbernen Schnur ein Pentagramm darauf anzubringen. Schließlich sollte jeder gleich erkennen, was es mit dem Buch auf sich hat.
Eine andere Möglichkeit wäre es, phantasievolle Muster auf den Einband des Buches zu malen und dann mit einer möglichst kontrastreichen Farbe in möglichst schönen Lettern "Buch der Schatten" vorne drauf zu malen.
Auch denkbar ist das Verzieren des Buches mittels Glitter, Sternchen und anderen "magischen" Dingen, die man so im Bastelladen erhält.
Die Devise lautet:
Das Buch der Schatten einer wahren Hexen muß so außergewöhnlich sein, wie seine Besitzerin!


Nun wäre noch zu klären, welche Schrift denn angebracht erscheint. Immerhin muß das umfangreiche Wissen einer Hexen gewahrt bleiben, besonders dann, wenn sie doch das Buch immer mal wieder neugierigen Besuchern zeigen muß.
Die einfachsten Möglichkeiten, sofern man nicht in einer alten, längst toten Sprache schreiben möchte, stellt die Schrift in der das Buch verfasst wird dar.
Manche Hexen sind von Haus aus mit einer Handschrift gesegnet, die außer ihnen kein Mensch lesen kann. Was mach andere wenig liebevoll eine Sauklaue nennen, ist das beste Werkzeug einer Hexe, wenn es darum geht ihr Wissen geheim zu halten.

Für all jene, die nicht von der Natur mit einer solchen Handschrift gesegnet wurde gibt es noch die Möglichkeit ihre Einträge in Runenschrift oder einer anderen mystischen Schrift zu tätigen. Wichtig hierbei ist dann aber die möglichst kunstvolle Ausführung!

Aber auch die Geschichte des Buches sollte nicht außer Acht gelassen werden (wie bereits erwähnt).
Kein Mensch will hören, daß man das Buch irgendwo gekauft, und den Inhalt irgendwo abgeschrieben hat. Also muß eine möglichst gute Geschichte her.

Immer ein Renner ist die Geschichte von der Großmutter mütterlicherseit (wahlweise auch der Urstrumpftante mütterlicherseits), die ebenfalls Hexe war, und wiederum von deren Großmutter mütterlicherseit (wahlweise auch der Urstrumpftante mütterlicherseits) dieses Buch vererbt bekommen hat.
Nun kann man wählen:
Entweder man hat das Buch von dieser
Großmutter mütterlicherseit (wahlweise auch der Urstrumpftante mütterlicherseits) ebenfalls vererbt bekommen, oder...

Man hat das uralte Buch zufällig beim Hausputz auf dem Dachboden (wahlweise auch im Keller) gefunden.

In beiden Fällen sollte man dafür sorgen, daß das Buch entsprechend aussieht. Eselsohren, Stockflecken etc. verleihen dem Buch einen eigenen Charme und verleihen der Geschichte Glaubwürdigkeit.
Um den Geruch eines alten Machwerks zu imitieren, legt die kluge Hexen ihr Buch der Schatten einfach für ein paar Tage in den Berg Wäsche, die sie eigentlich zum Waschen in einen Korb geworfen hat. Muffig riechende Bücher haben einen Hauch des antiquarischen an sich...