Immer weiter verbreitet ist die Gattung der christlichen Hexe - kurz Christenhexe.

Es gibt dabei zwei Unterarten:

Die Erste ist fest mit dem christlichen Glauben verhaftet. Betet regelmäßig, geht in die Kirche, kennt die Bibel und versucht ein "guter Christ" zu sein. Wenn da nur die Neugier nicht wäre, die Magie und Zauberei ausüben. So verbindet die erste Unterart der christlichen Hexe kurzum Magie und Christentum. Sie schreibt ihre Rituale so, daß sie mit "ihrem" Gott arbeiten kann, hat auf ihrem Altar eine Marienfigur als Ersatz für die Göttin stehen.
Natürlich hat das zur Folge, daß sie gewisse Stellen der Bibel negieren muß in denen deutlich steht, wie das Christentum zu Magie und Zauberei steht. Aber sie ist glücklich mit ihrem magischen "Misch-Masch" und läßt jedem seinen eigenen Weg.

Die Zweite ist da ganz anders. Offiziell ist sie eine Hexe, sie ehrt die Götter der Hexen, lebt die Jahresfeste, ließ die "richtigen" Bücher und gibt sich auch überall als Hexe zu erkennen. Doch sie hat zwei Gesichter. Geht es um Themen, die ihr suspekt sind (also alles was nicht christlich und daher redlich ist) kommt sie mit Bibelzitaten, den 10 Geboten oder sonstigen Glaubensinhalten der Christen daher.
Spricht man sie darauf an, dann streitet sie natürlich alles ab - die Zitate sind ihr zufällig gerade eingefallen, und die 10 Gebote haben da eben gerade so gut als Beispiel gepaßt.

Diese spezielle Form der christlichen Hexe missioniert auch. Sie erklärt immer wieder, was der richtige Weg ist, wie großartig doch die Ansätze des Christentums sind... aber nicht vergessen: Sie ist eine Hexe!
Daß sie auf wenig Gegenliebe stößt mit ihren Argumenten sagt ihr gar nichts - abgesehen davon, daß es ihr beweist, daß sie im Recht ist und alle anderen verirrte kleine Schäfchen sind, die raschest möglich bekehrt werden müssen.

Denn man darf nicht vergessen: Man kann auch Hexe sein und an die richtige Gottheit glauben.