Der Altar

Der Altar - wenn du dieses Wort hörst denkst du vermutlich, wie viele andere Menschen auch, an einen großen Steintisch wie er in der Kirche zu finden ist. Ich kann dich allerdings beruhigen. Ein Hexenaltar hat mit diesem Ding recht wenig zu tun.
Der Altar ist das Zentrum deines magischen Werkens. Wenn du Rituale abhältst oder ein Jahresfest feierst, wenn du die Götter ehren willst oder deinen Ahnen gedenken möchtest, so wird dein Altar das Zentrum deiner Aktivität sein. Auf ihm versammelst du die Elemente und ein Abbild der Götter. Hier hat man die direkte Verbindung mit den Kräften dieser Welt, die immer und überall wirken. Der Altar ist ein Ort der Ruhe und Konzentration.

Aber wie sieht so ein Altar denn nun aus?
Nun dein Altar kann ein Tisch sein, eine Kommode, ein schönes Tuch oder ein Fels in der Natur. Du kannst eine große Holztruhe verwenden, oder ein Nachtkästchen. Du siehst es kommt nicht auf die Form an, sondern auf den Gedanken dahinter.
Ich möchte dir die Vorzüge und eventuellen Nachteile der verschiedenen Methoden verraten.

1) Ein Tisch
Nun du weißt wie ein Tisch aussieht :O) Anders als einige andere Hexen bin ich der Meinung, daß es egal ist, welche Form dieser Tisch hat. Auch die Größe ist nebensächlich. Wichtig ist, daß er groß genug ist, daß du alle Gegenstände darauf unterbringst UND darauf arbeiten kannst. Denn dein Altar ist nicht nur schmückendes Beiwerk - er ist dein Arbeitsplatz! Vorteil eines Tisches ist, daß er meist recht hoch ist, daß heißt du kannst bequem davor stehen bzw. auf einem Sessel sitzen und darauf arbeiten. Der Nachteil ist, ein Tisch nimmt viel Platz in Anspruch, und wenn du einen "permanenten Altar" haben möchtest mußt du diesen Platz einkalkulieren.

2) Eine Kommode
Kommoden sind recht praktisch, es gibt sie in allen Größen und in einigen Farben. Und sie haben einen Vorteil, sie haben integrierten Stauraum. Das heißt du hast die Möglichkeit, deine Gegenstände, Bücher, Räucherwerk und ähnliches in ihnen verstauen, Blick und Staubsicher...Nachteile bringt eine Kommode natürlich auch mit. Sie ist nicht "mobil", das heißt im Regelfall ist sie zu schwer, als daß du sie einfach von einem Ort zum Anderen schaffen kannst...

3) Ein Tuch
Ein hübsches Tuch, vielleicht bestickt mit magischen Symbolen sieht nett aus, kann überall hintransportiert werden und nimmt kaum Platz in Anspruch. So kannst du jede gerade Oberfläche zum Altar umfunktionieren, sei es jetzt der Fußboden, ein Tisch oder ein Stück Erde in der Natur.
Aber besonders hier mußt du darauf achten, daß Kerzen einen guten Stand haben, ein Tuch fängt erheblich leichter Feuer als eine andere Oberfläche!! Hast du dein Ritual beendet faltest du es feinsäuberlich zusammen und verstaust es zusammen mit deinen anderen Gegenständen.

4) Felsen, Steine, Baumstämme und Baumstümpfe
Diese natürlichen Altarflächen findest du logischerweise nur in der Natur. Sie sind voll Energie und eignen sich großartig für dein magisches Werken. Natürliche Altarflächen sind wetterabhängig - logisch, wenn es geregnet hat sind sie naß, deine Gegenstände könnten darunter leiden.

5) Eine Holztruhe
Holztruhen sind genauso praktisch wie Kommoden, auch hier hast du Stauraum zur Verfügung. Du kannst deine Truhe bemalen, oder "naturfarben" belassen. Der Altar den eine solche Truhe ergibt ist zwar nicht sonderlich hoch, aber du kannst dich bequem davor setzen. Die Truhe kannst du dann unter einen Tisch schieben, oder vor dein Bett.

Was sollte auf einem Altar stehen?
Wenn du deinen Altar "permanent" im Zimmer stehen hast, dann solltest du alle vier Elemente darauf repräsentiert haben. Z.B Eine Kerze für das Feuer, eine Schale Wasser, ein Schälchen Salz oder Edelsteine für die Erde, Räucherschale oder Räucher stäbchen für die Luft. Du kannst auch eine Aromalampe verwenden, in diesem Fall hast du Feuer, Wasser, und Luft vereint, wenn die Lampe aus Ton ist auch die Erde. Du kannst Bilder oder kleine Statuen daraufstellen, die die Götter repräsentieren. Natürlich kannst du auch deine Ritualgegenstände darauf drapieren, bedenke aber, daß du die Gegenstände regelmäßig reinigen und neu aufladen mußt, wenn du das tust, denn sie fangen die Energien auf, die im Raum sind...Lege, wenn du das möchtest eine weiße Tischdecke auf deinen Altar.
Führe hin und wieder Dankrituale durch, oder rufe die Göttin an. Denn wie in normalen Alltag ist es auch in der Magie wichtig Danke zu sagen....

Es ist aber so, daß jeder Altar etwas anders aussieht, als ein anderer. Das liegt daran, daß der Altar etwas persönliches ist, und nach eigenem ermessen geschmückt werden sollte. So hat man vielleicht ein Bild der Göttin und des Gottes auf dem Altar, oder einige Amulette....
Man sollte auch in einem Kästchen alle Dinge verstauen, die man für seine Rituale benötigt.(Hat man sich für eine Truhe oder Kommode entschieden fällt das weg...) Das Kästchen sollte im selben Raum sein, wie der Altar, und im günstigsten Fall abschließbar sein. Hier hinein kommen der Ritualdolch, Kerzen in verschiedenen Farben, Tischdecken in verschieden Farben, Öle und Kräuter, Kristalle... Zur Lagerung von Ölen und Kräutern gibt es natürlich die Möglichkeit ein Regal anzulegen.

Wo sollte der Altar stehen?
Irgendwie scheinen sich die Hexen da selbst nicht ganz einig zu sein. Man liest oft, daß er im Osten stehen muß, aber auch alle anderen Himmelsrichtungen habe ich schon gelesen.
Finde also mit Hilfe eines Kompasses heraus, wo Osten ist, denn in vielen Büchern steht, daß der Altar in den Osten gehört... Vergiß die Sache mit dem Kompaß jetzt wieder.
Schau dich in dem Raum den du ausgewählt hast um. Wo findest du daß der Altar hingehört? Wo paßt er gefühlsmäßig gut hin? DAS ist der richtige Platz für DEINEN persönlichen Altar!
Ich selbst habe eine Kommode, die im Norden steht - einen anderen Platz hatte ich nicht, da mein Hausaltar im Schlafzimmer steht, und die anderen Wände mit Schränken und dem Doppelbett verstellt sind. Wenn ich Rituale abhalte, "übersiedle" ich ins Wohnzimmer, hier habe ich in der Mitte des Raumes einen runden Tisch stehen, den ich dann verwende. Ich bevorzuge diese Variante, denn so kann ich um den Altar herum gehen, und von allen Seiten arbeiten.