Jahara
Aufgewachsen bin
ich in einer Kleinstadt, einem katholischen Wallfarthsort,
in Westfalen. Also da gab es kaum jemanden der einen anderen
Glauben hatte. Richtig an Gott geglaubt habe ich aber nie.
Ich bin nur des öfteren in unsere Kapelle gegangen. Dort
steht eine Mutter Gottes Statue, die auf mich immer sehr
anziehend gewirkt hat. Noch heute gehe ich zu ihr, da ich
sie nie mit der Kirche verbunden habe, um meine Ruhe zu
haben. Dieser Ort ist noch sehr kraftvoll, warscheinlich
hat auch dort die Kirche einen heiligen Ort für sich genutzt.
Leider wohne ich nicht mehr dort, und daher werden meine
Besuche immer seltener. Aber das nur nebenbei. Anders war
ich schon immer, und meine Eltern haben jede meiner Phasen,
zwar mit Zähneknirschen, aber doch ganz gut hingenommen.
Von daher war es für sie nichts außergewöhnliches das ich
irgentwann jede Menge Kerzen und magische Bücher in meinem
Zimmer rumstanden. Aber lange haben sie das nicht mehr mitbekommen,
da ich letztes Jahr weggezogen bin. Mein Mitbewohner hat
damit überhaupt keine Probleme, da er sich selber mal mit
dem Thema beschäftigt hat, aber für sich keine Antwort gefunden
hat. Er glaubt jetzt mehr an sich selber. Ich bin echt froh
das er das so gelassen hinnimmt, und wir können uns auch
gut darüber unterhalten. Mein Freundes,- und Bekanntenkreis
besteht eigentlich nur aus Leuten die dem gleichen Hobby
nachgehen wie ich. Dem Mittelalter. Wir fahren quer durch
Deutschland als Darsteller auf Mittelaltermärkten. Da ist
es ganz normal auf Leute mit dem gleichen Glauben zu treffen.
Ich habe dort schon viele Gleichgesinnte, aber auch eine
Menge Spinner getroffen. Also was mein Umfeld angeht so
habe ich keine Probleme akzeptiert zu werden. Nur auf der
Arbeit. Da halte ich mich zurück und trage mein Pentagramm
auch meistens so das man es nicht sieht. Ich ziehe mich
auch so ganz normal an. Also es ist nicht so das ich großen
Wert daruf lege auf jedenfall aufzufallen. Ich lebe das
Ganze eigentlich mehr nach innen für mich. Also das mit
dem Freundekreis bekomme ich schon unter einen Hut, aber
das was mir jetzt noch fehlt ist Zeit. Und die hab ich nämlich
überhaupt nicht, da meine Arbeit und mein Pferd die meiste
Zeit die ich habe beanspruchen. Dazu kommt das ich in meiner
Wohnung im Chaos versinke, und von daher kann ich auch überhaupt
keine gemütlich Atmosphäre schaffen, die ich bräuchte um
mich mal wieder mit dem Thema zu beschäftigen. Es ist wohl
doch der Alltag der mich ein bißchen einengt.